Trauer Gedichte

Trauer Gedichte für Ihre Kondolenzkarte

Über  alle Gräber wächst zuletzt das Gras ,
alle Wunden heilt die Zeit, ein Trost ist das,
wohl der schlechteste, den man kann erteilen;
armes Herz, du willst nicht, dass die Wunden heilen.
Etwas hast du noch, solang es schmerzlich brennt;
das verschmerzte nur ist tot und abgetrennt.
(Friedrich Rückert)

Wenn ein Geliebtes stirbt,
dem ist es wie ein Traum,
die ersten Tagen kommt er zu sich selber kaum.
Wie er´s  ertragen soll,
kann er sich selbst nicht fragen;
und wenn er sich besinnt, so hat er´s  schon ertragen.
(Friedrich Rückert)

Du bist ein Schatten am Tage,
und in der Nacht ein Licht;
du lebst in meiner Klage,
und stirbst im Herzen nicht.

Wo ich mein Zelt aufschlage,
da wohnst du bei mir dicht;
du bist mein Schatten am Tage,
und in der Nach Mein Licht.

Wo ich auch nach dir frage,
find´ ich von dir Bericht,
du lebst in meiner Klage,
und stirbst im Herzen nicht.

Du bist ein Schatten am Tage,
und in der Nacht ein Licht;
du lebst in meiner Klage,
und stirbst im Herzen nicht.
(Friedrich Rückert)

Schnell stürmt der Tod dahin.
(Emanuel Geibel)

Auf Erden stehet nichts, es muss vorüber fliegen.
Es kommt der Tod daher, du kannst ihn nicht besiegen.
Ein Weilchen weiß vielleicht noch wer, was du gewesen.
Dann wird das weggekehrt, und weiter kehrt der Besen.
(Theodor Storm)


Seele, vergiss sie nicht,
Seele, vergiss nicht die Toten!

Sieh, sie umschweben dich,
schauernd, verlassen,
und in den heiligen Gluten,
die den armen die Liebe schürt,
atmen sie auf und erwarmen,
und genießen zum letzten Mal
ihr verglimmendes Leben.

Seele, vergiss sie nicht,
Seele, vergiss nicht die Toten!

Sieh, sie umschweben dich,
schauernd, verlassen,
und wenn du dich erkaltend
ihnen verschließest, erstarren sie
bis hinein in das Tiefste.
Dann ergreift sie der Sturm der Nacht,
dem sie, zusammengekrampft in sich,
trotzten im Schoße der Liebe,
und er jagt sie mit Ungestüm
durch die unendliche Wüste hin,
wo nicht Leben mehr ist, nur Kampf
losgelassener Kräfte
um erneuertes Sein!

Seele, vergiss sie nicht,
Seele, vergiss nicht die Toten!
(Friedrich Hebbel)