Eine Traueranzeigen aufsetzen Teil 3/3
Der dritte Schritt: Der Klarheit und Verständlichkeit dient am besten sie satzweise Aussage in der privaten Todesanzeige. Die Anzeige konzentriert sich auf das Wesentliche: auf das Sterben und den Tod der Mutter und ihre Kinder, die den Tod anzeigen. Das Verb „ist gestorben“ ist bewusst
gewählt. Auf ergänzende Adjektive und Adverbien wird gänzlich verzichtet.
Weniger ist mehr
Die Angabe der Hinterbliebenen folgt oft der Erbfolge Bürgerlichen Gesetzbuches: Mein Mann, unser Vater und Großvater, mein Bruder und mein Onkel…
Offenbar klingt das zu sachlich, nüchtern, zu lieblos. Deshalb wird es gefühlsbetont und wertend aufgeladen: Mein über alles geliebter Mann, unser herzensguter Vater und gütiger Großvater, mein lieber Bruder und guter Onkel.
In Verbindung mit einem einzelnen Verb, z.B. „trauern“, lautet der Entwurf jetzt:

Wir trauern um meinen über alles geliebten Mann,
unseren herzensguten Vater und gütigen Großvater,
meinen lieben Bruder und guten Onkel …

Bei einem anderen Zeitwort, etwa „Abschied nehmen“, kann noch eine Ergänzung, beispielsweise „in Trauer und Dankbarkeit“, hinzukommen:
In Trauer und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von meinen über alles geliebten Mann,
unseren herzensguten Vater und gütigen Großvater, meinem lieben Bruder und guten Onkel.
Ein solcher Text ist zweifellos Ausdruck der persönlichen Trauer. Er entspricht der Norm, wohl auch aus dem Bedürfnis heraus, mit der eigenen Veröffentlichung des Todesfalls
nicht vom üblichen abweichen oder überhaupt aufzufallen zu wollen.
Doch ist eine derartig gefühlsmäßige Aufladung noch angemessen? Entspricht sie der Familiensituation? Passt sie zum Todesfall? Stimmt sie zur Lebenswirklichkeit in den Familien? Oder widerspricht sie den Unversöhntheiten, Konflikten und Tragödien in den Familiengeschichten? Ehrlicher ist oft ein nüchterner Text, weniger ist oft mehr.
Besonders wichtig ist die Wahl des passenden Verbs, um das Sterben auszudrücken
oder die Trauer über den eingetretenen Tod zu artikulieren:
1. Traueranzeige: Verben die die Trennung ausdrücken:
die Augen für immer schließen, verlassen,
2. Traueranzeige: Verben, die lediglich das Sterben oder den Tod konstatieren:
sterben, tot sein, Ruhe finden,
3. Traueranzeige: Verben, die den Todeseintritt brutal betonen:
den Tod finden, aus dem Leben gerissen werden,
4. Traueranzeige: Verben, die einen Transzendenzhorizont aufweisen:
sein Leben vollenden, Gott der Herr nahm …,
5. Traueranzeige: Verben, die die Trauer um einen Menschen ausdrücken:
erschüttert sein, trauern um, beklagen,
6. Traueranzeige: Verben, die den Todesfall distanziert bekannt geben:
die Trauerfeier findet statt, wir geben zur Kenntnis.
Zu guter Letzt
Beim Aufsetzten einer Todesanzeige/traueranzeige kann hilfreich sein, sich zu vergegenwärtigen, dass die Anzeige nach dem Ablauf einer Traueransprache konzipiert ist: Zuerst wird der Todesfall in der Trauersituation angesprochen. Dann erfolgt die biographische Würdigung der Persönlichkeit und ihres Lebenswerkes. Das geschieht im Rahmen des Dankes. Am Ende wird das Leben und Sterben im Trost- und Hoffnungshorizont der Transzendenz gesehen…
Zuerst ist eines der aufgeführten Grundmuster zu wählen, der Anzeigentypus. Dann wird das zutreffende Verb festgelegt. Vielleicht sind mehrere Entwürfe erforderlich, bis man die Anzeige als angemessen empfindet.
In keinem Fall ist es zu empfehlen, den verstorbenen Menschen in der Todesanzeige/Traueranzeige persönlich anzusprechen und so zu tun, als läse er sie am nächsten Tag selbst in der Tageszeitung.
Eigene Traueranzeigen einreichen
Gerne dürfen Sie uns Ihre eigenen Traueranzeigen einreichen. Einfach eine eMail mit dem Text, Gedicht usw. an: info@trauersprueche.net