Tröstende Worte
Tröstende Worte für Ihre Beileidskarte
Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus welchem wir nicht vertrieben werden können.
Sogar die ersten Eltern waren nicht daraus zu bringen.
(Jean Paul)
Freudvoll
und leidvoll,
langen und bangen
in schwebender Pein,
himmelhoch jauchzend,
zu Tode betrübt,
glücklich allein
ist die Seele, die liebt.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Nach ewigen, ehernen,
großen Gesetzen
müssen wir alle
unseres Daseins
Kreise vollenden.
Nur allein der Mensch
vermag das Unmögliche:
er unterscheidet,
wählet und richtet, er kann dem Augen blick
Dauer verleihen.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Und so lange du das nicht hast,
dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
auf der dunklen Erde.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Wenn einer fünf und siebzig Jahre alt ist, fuhr da darauf mit
großer Heiterkeit fort, kann es nicht fehlen, dass er mitunter
an den Tod denke. Mich lässt der Gedanke an den Tod in
völliger Ruhe, denn ich habe die feste Überzeugung, dass
unser Geist ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur; es ist ein
fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Es ist der Sonne ähnlich,
die bloß unsern irdischen Augen unterzugehen scheint,
die aber eigentlich nie untergeht, sondern unaufhörlich fortleuchtet.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren,
das Echte bleibt der Nachwelt unverloren.
(Johann Wolfgang von Goethe)Der Tod ist doch etwas so Seltsames, dass man ihn, unerachtet
aller Erfahrung, bei einem uns teuren Gegenstande nicht
für möglich hält und er immer als etwas Unglaubliches und
Unerwartetes eintritt. Er ist gewissermaßen eine Unmöglichkeit,
die plötzlich zur Wirklichkeit wird. Und dieser Übergang
aus einer uns bekannten Existenz in eine andere, von
der wir auch gar nichts wissen, ist etwas so Gewaltsames,
dass es für die Zurückbleibenden nicht ohne die tiefste
Erschütterung abgeht.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Wir Toten, wir Toten sind größere Heere
als ihr auf der Erde, als ihr auf dem Meere!
(Conrad Ferdinand Meyer)
Das Leben ist allen Tieren gemein, aber sterben kann nur de Mensch.
(Ludwig Börne)
Die Nachtigall singt nur im Dunkeln. So lernen wir die
himmlische Melodie eines edlen Herzens erst kennen,
wenn es trauert.
(Ludwig Börne)
Die Sorge der Natur für die Gattung ist nur die Summe ihrer
Sorgen für die Einzelnen. Die Gattung ist die unendliche
Reihe der endlichen Wesen; die Menschheit ist die ‚ Un-
sterblichkeit des sterblichen Menschen. Es ist der Zweck der
Natur, dass alle Kräfte, die in jedem Menschen keimen, zur
Entwicklung gebracht werden, dass alle Blüten und Früchte
tragen und dass der Erzeuger sich aller erfreue und alle genieße.
Aber des Menschen Taten überdauern seine Tätigkeit;
der Mensch stirbt, ehe alle seine Früchte gereift und ehe er
alle seine Erzeugnisse genossen. Dass die Hinterlassenschaft
nicht ungebraucht verderbe, erbt der Überlebende den Toten.
Er spinnt den Faden fort, der dem Gestorbenen entfallen,
und vollendet, was jener begonnen.
(Ludwig Börne)